Wenn man sich fragt

 Wenn man sich fragt, wohin soll‘s gehen. 

Wenn man sich fragt, wann bleibt man stehen. 

Wenn man sich fühlt, als wüsste man nichts, und doch so viel. 

Wenn man sich fühlt, als könnte man nichts, doch sollte können. 

Weiß weder ein noch aus. 

Keine Kraft, kein Wille, kein Gefühl. 

Alles um mich her verschwimmt. 

Nehme es auf, sauge es ein, verzerre mich, lass mich verzehren.

 

Atme tief, sinke ein, steig hinab, kann nicht mehr sein. 

Frei gefangen in der Welt, die mich noch am Boden hält. 

Suche, finde, raste, Ruh. 

Frei allein, nicht ich noch du.

 

Wenn die Sonne untergeht. 

Der Mond nicht mehr am Himmel steht. 

Glaub mir dann ist Mitternacht und kein Glockenschlag erwacht. 

Stumm, erstarrt, verträumt und still, liegt die Welt da, wie sie will.

 

Über Hügel, Wellen, Schlucht, 

wiegt der Wind durch tiefe Kluft. 

Wiegt den Reigen, den Gesang. 

Fliegt hinfort, nur wann, von dann. 

Sollte schlafen, sollte fliehen, 

sollte rennen, mich verziehen. 

Sollte stürzen, untergeh‘n. 

Sieht doch keiner das Geschehen. 

Bin nicht hier und auch nicht fort. 

Bin allein an meinem Ort. 

Seh die Stadt und sehe nichts 

Was verspricht, was kommen mag. 

Keine Hoffnung, sehe rot. 

Keine Zukunft, sehe Tod. 

Leiden endlos, spürte Qual. 

Träum allein von dem Schein. 

Träum von mehr und doch so klein. 

Will nicht sein, und kann nicht sein. 

Ende naht, bin nicht Zuhaus. 

Bald gehen alle Lichter aus. 

Stehe da und sie sind fort. 

Steh und bin am fremden Ort. 

Dunkelheit um mich herum. 

Raubt mir Leere, raubt mir Sinn. 

Kann nun froh und munter sein. 

Bin nicht da, bin nicht allein. 

Bald die Stadt sich selbst entdeckt. 

Öffnet ihre Fenstertüren. 

Heißt willkommen jedermann. 

Wer sie alles finden kann. 

Alles da, auf Hügels Höhe 

Sonne, Mond und Sterne, Licht 

Niemand ahnt, noch sieht, noch spricht 

Wind sei frei, was fehlt bin ich. 

Amber Duty